Nov 152020
 

Eine kleine Zusammenstellung von Hans-Dieter Kandzia

Durch die organisierte Brandbekämpfung ergab sich auch die Notwendigkeit der Kennzeichnung von Führungsfunktionen. Das wurde historisch in jeder Feuerwehr und uneinheitlich geregelt. Die Feuerwehrverbände bemühten sich hier um Einheitlichkeit und Verbindlichkeit. Ab 1880 wurden für Führungskräfte durch den Provinzialfeuerwehrverband Brandenburg Rangabzeichen als Schulterstücke organisationsintern festgelegt.

Der preußische Staat, also das Königreich Preußen hat dazu erst 1901 Regelungen erlassen, die 1906 für die Führungskräfte noch mal verbessert wurden. Diese Regelungen überdauerten den 1. Weltkrieg und galten auch im republikanischen Freistaat Preußen.

Während des Nationalsozialismus wurden neue Feuerwehr-Rangabzeichen in Preußen festgelegt, die dann auch für ganz Deutschland und angeschlossene Gebiete (Österreich) galten. Die Rangabzeichen und die Rangbezeichnungen wurden im II. Weltkrieg noch 2 mal geändert, um polizeiliche und militärische Begriffe und Abzeichen zu verdeutlichen.

Nach dem II. Weltkrieg wurden die Freiwilligen Feuerwehren in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR weiterhin unter polizeilicher Führung gelassen. Das spiegelt sich auch in den Rangabzeichen wieder, die zuerst bei der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr gleich waren. Als Vorbild wurden außer beim Lösch- und Unterbrandmeister die Rangabzeichen aus den 40-ziger Jahren genommen.

1959 erhielten die Freiwilligen Feuerwehren eigene Rangabzeichen, die sich insbesondere farblich von der Berufsfeuerwehr (Organ Feuerwehr) unterschieden. Hier griff man auf das Vorbild von 1934 zurück.

!974 wurden die Mannschafts- und Unterführerschulterstücke verbreitert und 2 Dienstgrade hinzugefügt ( Unterfeuerwehrmann und Oberlöschmeister). Analog Armee und Polizei wurde die sowjetische Sternanordnung bei den Offizieren eingeführt. 1984 kamen als höchste Dienstgrade die Ober- und Hauptbrandinspektoren hinzu. Hier waren bei der Gestaltung nicht Major und Oberstleutnant, sondern die Branddirektorenschulterstücke von 1901 Vorbild.

Im heutigem Land Brandenburg wurden wie in Niedersachsen und Schleswig-Holstein die Dienstgradabzeichen von 1939/43 zum Vorbild genommen, wobei die Brandmeisterschulterstücke starke Ähnlichkeiten mit den Offiziersschulterstücken der königlich-preußischen Armee bzw. Reichswehr- und Wehrmachtsbeamten haben.